Alexithymie bezeichnet die Unfähigkeit, Gefühle zu verspüren und zu beschreiben. Sie wird auch als Gefühlsblindheit bezeichnet.
Betroffene können z.B. Gefühle von Hilflosigkeit und seelischem Schmerz nicht bei sich wahrnehmen oder beschreiben ihre Empfindungen lediglich als "schlecht drauf sein".
Manche verspüren überhaupt keine Gefühle sondern erleben lediglich Missempfindungen oder Schmerzen im Körper. Sie leiden z.B. unter großer Erschöpfung, einem chronischen Schmerzsyndrom, unter Beschwerden des Herz-Kreislauf-Systems oder im Magen-Darm-Bereich. Betroffene sind meist phantasiearm und haben wenig bildreiche Träume.
Alexithymie tritt auch in Verbindung mit schweren seelischen Traumata auf.
Man geht davon aus, dass 10 Prozent der Bevölkerung davon betroffen sind. Überwiegend Männer leiden unter Alexithymie.
Die Alexithymie des Betroffenen hat meist negative Auswirkungen auf sein Umfeld. Sein Partner leidet darunter, dass er ihm nichts von seiner Freude und Trauer mitteilen kann und sich auch nicht in ihn einfühlen kann. Er hat das Gefühl, seinen Partner nicht erreichen zu können. Der Betroffene fühlt sich unverstanden und überfordert.
Bekommst du öfter den Vorwurf, gefühllos zu sein?
Fühlst du dich oft ungerecht beschuldigt, andere nicht verstehen zu können?
Hast du Schwierigkeiten, Gefühle auszudrücken?
Leidest du unter unerklärlichen körperlichen Beschwerden?
Ziehst du dich immer mehr von anderen Menschen zurück?
Tust du dich schwer damit, Gefühle bei dir wahrzunehmen?
Hattest du ein traumatisches Erlebnis, nach dem du dich stark verändert hast?
Wenn du mehrere Fragen mit ja beantwortet hast, könnte dies ein Hinweis auf Alexithymie sein. Du könntest in einem Beratungsgespräch bei einem Psychotherapeuten abklären lassen, woher deine Schwierigkeiten kommen.
Wenn du eine Alexithymie hast, können dir eine Körpertherapie und Psychotherapie helfen, (wieder) einen besseren Zugang zu dir und deinen Gefühlen zu finden.
Vielleicht hast du aber auch nur Angst, Gefühle zu zeigen. In diesem Fall könnte dir das Video über die Angst, Gefühle zuzulassen, weiterhelfen.
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