Lebenshilfe ABC ...
Nachschlagewerk & Lexikon
Psychologie

Lebenshilfe Tipps

Suche im Lebens- hilfe Lexikon



PDF Ratgeber Angst vor Kritik
Dr. Doris Wolf

Der wohl meistgekaufte Angst Ratgeber
Auflage 190.000 Exemplare

Angst Ratgeber

Panik Ratgeber bestellen

Angst vor Kritik

Im Alltag ist eine Kritik in der Regel nicht existenzbedrohend. Dennoch fühlen wir uns so, als wäre unsere Existenz bedroht, wenn uns jemand kritisiert. Warum ist das so?

Eine Kritik ist für uns so bedrohlich, da sie in unseren Augen gleichbedeutend ist mit einer Ablehnung unserer Person. Wir haben Angst, als Person, als Mensch abgelehnt zu werden, wenn man uns kritisiert. Wenn wir Angst vor Kritik haben, dann haben wir gleichzeitig Angst vor Ablehnung.

Die Angst vor Kritik führt dazu, dass wir uns vor ihr schützen wollen. Zu diesem Zwecke entwickeln wir eine Reihe von Strategien. Eine Strategie, um anderen keinen Anlass für Kritik zu geben, besteht darin, dass wir besonders lieb, höflich und angepasst sind. Wir haben Angst, uns zu öffnen, mit anderen über unsere Gefühle und Gedanken zu sprechen und uns diesen anzuvertrauen. Wir leugnen unsere Bedürfnisse und Wünsche oder verzichten auf deren Erfüllung. Wir äußern selbst keine Kritik und akzeptieren unpassendes oder unverschämtes Verhalten.

Eine andere Strategie besteht darin, in allem perfekt sein zu wollen. Wir wollen alles perfekt erledigen, uns perfekt kleiden, uns perfekt benehmen, perfekt aussehen, perfekt schminken. Wenn man alles perfekt macht, dann kann einen schließlich auch niemand kritisieren – so denken wir.

Eine weitere Strategie zum Schutz vor Kritik besteht darin, dass wir uns im Hintergrund halten, um nicht aufzufallen. Wer nicht auffällt, kann auch nicht kritisiert werden. Wir wagen nichts Neues, denn wer nichts tut, kann auch nicht versagen und dafür kritisiert werden. Wir meiden berufliche Aktivitäten, die enge zwischenmenschliche Kontakte mit sich bringen.

Woher kommt die Angst vor Kritik?

Die Angst vor Kritik entsteht in der Regel in der Kindheit. Von Kindesbeinen an machen wir Erfahrungen, die unsere Angst vor Kritik und Ablehnung schüren.

Unsere Eltern wollen uns vor Gefahren bewahren und uns die Regeln des Zusammenlebens vermitteln. Hierzu nutzen sie u.a. die Kritik. Wann immer unser Verhalten aus ihrer Sicht nicht richtig ist, kritisieren sie uns. Häufig folgt dann auch noch eine Bestrafung.

Je nachdem, in welcher Form sie unser Verhalten kritisiert haben, hatte das Auswirkungen auf unser Selbstwertgefühl. Wenn sie nicht nur unser Verhalten kritisiert haben, sondern unsere ganze Person, dann haben wir gelernt: wenn ich etwas Falsches tue oder sage, dann bin ich nicht mehr liebenswert.

Sätze, die in uns das Gefühl entstehen ließen, als Mensch nicht in Ordnung zu sein, waren vielleicht: Mit dir muss man sich schämen. Du bist ein Versager. Aus dir wird nie etwas werden. Wir entwickeln die Einstellung: "Kritik bedeutet, ich bin nicht in Ordnung, so wie ich bin." oder "Ich muss perfekt sein, sonst mag man mich nicht".

Wenn wir klein sind, dann setzen uns solche Sätze besonders zu. Wir sind noch in großem Maße von unseren Eltern abhängig. Ohne sie könnten wir nicht leben, nicht überleben. Ein Liebesentzug ist für ein Kind immer auch eine existenzielle Bedrohung. Deshalb haben wir große Angst vor dem Liebesentzug und entwickeln eine Angst vor Ablehnung und Kritik.

Weitere Informationen zum Thema Angst, kritisiert zu werden

Angst vor Ablehnung überwinden

Umgang mit Kritik

Videoberatung bei Angst vor Kritik

© 2008-2010 lebenshilfe-abc - Angst vor Kritik - Angst, kritisiert zu werden