Psychologie Lexikon & Nachschlagewerk

Autor des Beitrags:
Psychotherapeut
Rolf Merkle DR. ROLF MERKLE

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Antidepressiva - Medikamente gegen Depressionen

Antidepressiva sind Medikamente, die überwiegend in der Behandlung von Depressionen eingesetzt werden.

Daneben werden sie aber auch bei Panikattacken, Angst- und Zwangsstörungen und zur Schmerzbehandlung verordnet.

Bei depressiven Menschen besteht ein Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn. Zu den Botenstoffen gehören Serotonin, Noradrenalin, Dopamin und Histamin.

Die Antidepressiva greifen in die verschiedenen Botenstoffsysteme ein und sorgen dafür, dass die Botenstoffe länger zur Verfügung stehen.

Generell unterscheidet man Antidepressiva, die antriebssteigernd oder eher beruhigend und angstlösend sind.

Die verschiedenen Antidepressiva unterscheiden sich darin, auf welchen Wirkstoffen sie beruhen und welche Nebenwirkungen sie haben.

Die Nebenwirkungen sind abhängig vom jeweiligen Antidepressivum.

Häufige Nebenwirkungen sind: Sehstörungen, Zittern, Schwindel, Herz-Kreislauf-Probleme, trockene Schleimhäute, Schweißausbrüche, Magen-Darm-Probleme, Appetit- und Gewichtszunahme und sexuelle Störungen.

Bis die Antidepressiva wirken, dauert es zwischen ein und drei Wochen, sodass erst einmal Geduld angesagt ist.

Die nachfolgenden Antidepressiva machen nicht süchtig, nach dem Absetzen können jedoch Beschwerden wie Anspannung, Schweißausbrüche, Übelkeit, usw. auftreten.

Deshalb werden Antidepressiva gewöhnlich langsam ausgeschlichen, wenn man sie absetzen will.

Die bekanntesten Gruppen von Antidepressiva

Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI)
Das sind die zur Behandlung von Depressionen am häufigsten eingesetzte Medikamente, da sie wenige Nebenwirkungen haben. Sie verhindern, dass das Serotonin wieder in den Speicher transportiert wird.

Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SNRI)
Sie hemmen den Rücktransport von Noradrenalin zum Speicherplatz.

Trizyklischen Antidepressiva
Sie gehören zu den älteren Medikamente, die in der Behandlung von Depressionen eingesetzt wurden. Sie hemmen die Wiederaufnahme von Serotonin, Noradrenalin und Dopamin und haben sehr viele Nebenwirkungen.

MAO-Hemmer
Sie hemmen das Enzym Monoaminoxidase: Dieses baut die Botenstoffe Serotonin, Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin ab. Die Nebenwirkungen sind groß und lang anhaltend.

Für die Behandlung von leichten bis mittelschweren Depressionen genügt meist eine Psychotherapie, insbesondere eine Kognitive Verhaltenstherapie.

Bei schweren Depressionen werden Antidepressiva gewöhnlich in Kombination mit der Psychotherapie eingesetzt.

Ein ganz natürliches und hochwirksames Anti-Depressivum ist Bewegung in Form von Sport (Laufen, Fahrradfahren, Schwimmen, usw).

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