Unter aufschieben versteht man das Verhalten eines Menschen, der für ihn wichtige Tätigkeiten nicht erledigt, sondern auf die Zukunft verschiebt.
Wenn auch Sie zu den Menschen gehören, die gerne Dinge aufschieben, sind Sie nicht der einzige. Das Aufschieben von Aufgaben ist ein Problem, das die meisten gerne überwinden würden. Weil es eine Gewohnheit ist, kann sie auch überwunden werden.
Um die Gewohnheit des Aufschiebens loszuwerden, brauchen Sie ebensoviel Entschlossenheit wie Übung. Nichts ist wirkungsvoller als der feste Entschluss, diese Angewohnheit abzulegen.
Sie haben sicher bereits am eigenen Leib erfahren, was passiert, wenn Sie etwas nicht tun, aber wissen, dass Sie es tun sollten - dass die Folgen dieses Aufschiebens oft weit schlimmer waren als die eigentliche Aufgabe.
Eine Klientin erzählte, dass ihre Ehe in die Brüche ging, weil sie immer wieder ihr Konto überzog. Ein begabter Student erzählte, dass er in der Universität schlechte Noten bekam, jedoch nicht deshalb, weil es ihm an Intelligenz mangelte, sondern weil er seine Referate nicht rechtzeitig abgab.
Wenn wir ab und zu etwas aufschieben, ist das meist nicht tragisch. Es gibt jedoch Menschen, die Handlungen immer wieder so lange aufschieben, bis der innere Druck so groß oder die noch zu Verfügung stehende Zeit für die Erledigung so eng ist, dass man gar nicht anders kann, als die Aufgabe zu erledigen.
Es gibt zwei grundsätzliche Motivationsmuster: wir werden aktiv, weil wir uns etwas Schönes versprechen, und wir handeln, weil wir etwas Unangenehmes befürchten.
Angenehmer ist die erste Strategie, weil wir uns auf etwas freuen können ("Schön, wenn ich es gleich erledigt habe"). Bei der zweiten Stratege sammeln wir lange Zeit immer mehr Druck an ("Eigentlich müsste ich jetzt ... tun") und dann lassen Angst und Druck nach, wenn wir es endlich erledigt haben.
Geringe Frustrationstoleranz, Angst vor dem Versagen, Angst vor dem Erfolg, Angst vor Ablehnung oder eine als unangenehm und lästig empfundene Aufgabe können sich hinter dem Aufschieben verbergen. Selbstvorwürfe helfen deshalb gewöhnlich nicht weiter. Die dahinter liegenden Motive müssen bearbeitet und der innere Schweinehund muss überwunden werden.
Gedanken, die Ihnen helfen, das Aufschieben zu überwinden.
Ich übernehme nur solche Verpflichtungen, die ich auch erfüllen werde. Ich übernehme nur solche Arbeiten, die ich erledigen will. Wenn ich eine Vereinbarung treffe, halte ich sie auch ein.
Jeden Gedanken, der eventuell dazu führen könnte, daß ich etwas aufschiebe, verwandle ich sofort in einen Gedanken, der zu Taten führt.
Vor dem Einschlafen mache ich eine Liste der Dinge, die ich am nächsten Tag erledigen möchte. Ich sortiere alle Aufgaben nach ihrer Wichtigkeit. Dadurch behalte ich den Überblick.
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