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Autor des Beitrags: Psychotherapeut

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Dr. Rolf Merkle ist Experte für: Depressionen Eifersucht Selbstvertrauen Selbstbewusstsein Angst Optimismus


Belastende Gefühle kann man überwinden und gute Gefühle trainieren, indem man sich den Einfluss der Gedanken auf die Gefühle zunutze macht.

Wie das geht, das zeigt diese Gebrauchsanleitung für Gefühle der Psychologen Wolf und Merkle.

Gefühle verstehen

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Bindungsangst

Die meisten Menschen sehnen sich nach einem Partner, der sie versteht, unterstützt und bedingungslos liebt.

Es gibt jedoch viele Menschen, die gerne eine Bindung eingehen würden, aber gleichzeitig Angst haben, sich auf eine Beziehung einzulassen.

Ursachen für Bindungsängste

Menschen mit einer Bindungsangst verknüpfen mit Nähe und einer engen Beziehung eine Bedrohung. Beispielsweise befürchten sie, in einer Beziehung ihre Selbständigkeit zu verlieren und nicht mehr genügend Freiraum zu haben.

Manche Betroffene haben Angst vor der Verantwortung und den Verpflichtungen, die in einer Partnerschaft auf sie zukommen.

Wir bekommen ja nicht nur etwas in einer Beziehung, wir müssen auch etwas geben, ja sogar etwas oder gar vieles aufgeben.

Wir haben Angst, zu kurz zu kommen, vereinnahmt zu werden und fragen uns vielleicht "Wo bleibe ich?".

Wieder andere von Bindungsangst Betroffene haben Angst vor zu viel Nähe und befürchten, vom Partner geklammert zu werden.

Anzeichen & Symptome der Bindungsangst

Ein Anzeichen für Bindungsangst ist, dass Betroffene, sofern sie sich überhaupt auf eine engere Bindung einlassen, ihren Partner durch verschiedene Strategien auf Abstand halten.

Sie brechen z.B. grundlos einen Streit vom Zaun, reagieren oft kalt und abweisend oder werfen dem Partner vor, sie zu stark einzuengen.

Manchmal führt die Angst vor einer Bindung auch dazu, dass sich die Betroffenen über Nacht sang- und klanglos aus dem Staub machen.

Ein weiteres Anzeichen für Bindungsangst kann sein, dass Menschen sich immer wieder in bereits gebundene oder verheiratete Partner verlieben.

Die Bindungsangst kann sich in starken körperlichen Reaktionen äußern. Die Betroffenen verspüren Beklemmungsgefühle, Anspannung, Herzrasen, Schweißausbrüche, haben sogar Panikattacken.

Weitere Informationen zu den Symptomen und Anzeichen der Bindungsangst.

Therapie: Bindungsangst überwinden

Um eine Bindungsangst bewältigen zu können, benötigt man zuerst die Einsicht, dass man Angst vor Bindungen hat.

Die Bindungsangst entsteht durch Einstellungen, die wir zu Beziehungen entwickelt haben.

Deshalb ist es wichtig, herauszufinden, wovor wir genau Angst haben. Was glauben wir in einer Partnerschaft tun zu müssen? Was befürchten wir, aufzugeben oder zu verlieren? Was müssten wir in einer Partnerschaft tun, obwohl wir es nicht tun möchten?

Manchmal ist es ganz hilfreich, genau hinzuschauen, wie unsere Eltern ihre Beziehung gelebt und welche Erfahrungen wir im Umgang mit den Eltern gemacht haben.

Im nächsten Schritt müssen wir überprüfen: Ist die Bedrohung, die wir sehen, wirklich eine Bedrohung? Wird unser Partner verletzt sein, wenn wir ihm ab und zu einen Wunsch nicht erfüllen?

Erwartet mein Partner das wirklich von mir oder vermute ich dies nur? Bin ich wirklich schuld, wenn ich meine Meinung äußere und mein Partner gekränkt ist? Muss ich das wirklich tun oder entscheide ich mich dafür?

Wichtig für Betroffene mit Bindungsangst ist auch, dass sie lernen, ihr Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen zu stärken.

Wir haben das Recht, Wünsche zu äußern und Grenzen zu setzen. Das ist gesund und normal.

Wenn wir bereits in einer Partnerschaft leben, verspürt unser Partner die Auswirkungen unserer Bindungsangst. Er sitzt mit im Boot.

Wahrscheinlich versteht er unsere Reaktionen nicht immer und ist häufig durch unsere abweisende Art verletzt. Deshalb kann es sehr hilfreich sein, mit ihm über die Angst vor einer engen Bindung zu sprechen.

In dem Augenblick, in dem wir uns eingeengt fühlen, können wir mit ihm über unsere Gedanken und Gefühle sprechen. So können wir herausfinden, ob wir uns selbst den Freiraum nehmen und unser Partner nur einen Wunsch äußert.

Noch komplizierter wird es, wenn wir einen Partner gewählt haben, der unter Verlustangst leidet. Dies bedeutet, er klammert, hat ständig Angst, uns zu verlieren, während wir Angst vor zu viel Nähe haben.

Je mehr wir uns Freiraum schaffen, umso bedrohter fühlt er sich, umso mehr wird er klammern. In diesen Fällen hilft meist nur eine Paartherapie.

Der Weg aus der Bindungsangst kann ein langer Weg sein. Wenn Sie bisher noch nie eine Beziehung eingegangen sind oder viele Beziehungen deshalb in die Brüche gegangen sind, dann sollten Sie überlegen, eine Therapie zu machen.

Weitere Informationen zum Thema Bindungsangst

Partnerschaft - Beziehung - die Seite rund um das Thema Beziehungen und Liebe

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