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Selbsthilfe Ratgeber Depressionen von Dr. Rolf Merkle
Auflage 95.000 Exemplare
Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Störungen unserer Zeit.
Depressionen beeinträchtigen die gesamte Person der Betroffenen. Sie äußern sich in den folgenden 4 Bereichen:
a) Gedanken:
endloses Grübeln
Konzentrationsschwierigkeiten
Wir sehen unsere Situation und unsere Zukunft als ausweglos.
Wir machen uns Selbstvorwürfe.
Wir denken geringschätzig von uns.
Wir tun uns schwer, Entscheidungen zu treffen.
b) Körper:
Appetitverlust oder Heißhunger
Schlafstörungen
Kopfschmerzen
Schmerzen in Nacken und Schultern
Unruhe, Kribbeln, Ziehen im Körper
Herzstechen und Rasen
Schwindel, Augenflimmern
Zittern, kalte Hände oder Hitzewallungen
Druckgefühl in der Brust
Kloßgefühl im Hals
Magendruck
Durchfall oder Verstopfung
das sexuelle Verlangen nimmt ab
c) Gefühlen:
Antriebslosigkeit
Hoffnungslosigkeit,
Verzweiflung
Angst
Einsamkeitsgefühle
Niedergeschlagenheit
Lustlosigkeit
Gereiztheit
Unfähigkeit, sich zu freuen
d) Verhalten:
Antriebsmangel
Rückzug von anderen
Weinen
Kleinste alltägliche Verrichtungen fallen schwer.
Hobbys werden vernachlässigt.
Wir machen Fehler, uns passieren Missgeschicke.
Wir trauen uns nichts mehr zu.
Für Depressionen gibt es unterschiedliche Ursachen. Es gibt eher genetisch bedingte Depressionen und Depressionen als Reaktion auf Lebensereignisse, die als negativ und bedrückend erlebt werden und mit denen die Betroffenen nicht umgehen können. Der Anteil genetisch bedingter Depressionen ist sehr gering.
Die meisten Depressionen entstehen als Reaktion auf Lebensereignisse, die psychisch nicht angemessen verarbeitet und bewältigt werden.
Das heißt, den Betroffenen fehlen psychologische Strategien für den Umgang mit Krisen, Schicksalsschlägen, Verlusten und Problemen. Hinzukommt, dass sie ihre Unfähigkeit, mit ihren Problemen umzugehen, als ein persönliches Versagen ansehen. Ihr Selbstwertgefühl und ihr Selbstvertrauen sinken immer mehr, sie zweifeln immer mehr an sich. Die Folge: ihre Depressionen werden stärker.
Wenn die Depression durch eine schlechte Bewältigung belastender Lebensereignisse wie Trennung, Arbeitslosigkeit oder Tod eines Angehörigen entstanden ist, dann lernen Betroffene in einer Psychotherapie psychologische Bewältigungsstrategien für den Umgang mit diesen Krisen und Belastungen.
Anschriften von psychologischen Psychotherapeuten finden Sie in der Psychotherapeuten Suche.
Die Kognitive Verhaltenstherapie bringt sehr gute Erfolge in der Behandlung einer Depression.
Sehr positiven Einfluss auf eine leichte und mittelschwere Depression haben regelmäßige körperliche Bewegung (ganz wichtig) in Form von Walken, Radfahren, Schwimmen oder Joggen.
Zur Stimmungsaufhellung ist bei leichten und mittleren Depressionen die Einnahme von Johanniskraut in hoher(!) Dosierung sehr wirksam. Lassen Sie sich das Johanniskrautpräparat von einem Arzt verschreiben.
Diese beiden natürlichen Stimmungsaufheller sollten Sie auf jeden Fall probieren, ehe Sie zu anderen Therapiemethoden greifen!
Eher genetisch bedingte Depressionen werden durch eine Kombination von Psychotherapie und Antidepressiva behandelt.
Bei allerschwersten Depressionen, bei denen Medikamente und Psychotherapie nicht weiterhelfen, wird gelegentlich die Elektrokonvulsionstherapie angewendet.
Eine Depression ist gut behandelbar. Sie können wieder gesund werden. Nutzen die Hilfsangebote.
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