Die Angst vor dem Erbrechen wird auch als Emetophobie bezeichnet. Sie gehört zu den spezifischen Phobien.
Emetophobiker haben Angst bis hin zu Panik,
a) dass ihnen übel wird und sie erbrechen könnten und/oder
b) andere zu sehen, wie diese sich erbrechen und/oder
c) etwas darüber zu lesen oder zu hören.
Emetophiker haben nicht alle die gleichen Ängste und die gleichen Probleme. Auch hinsichtlich der Häufigkeit und der Intensität der Übelkeit gibt es große Unterschiede.
Zu erbrechen ist für sie gleichbedeutend mit, keine Kontrolle über sich und ihren Körper zu haben, d.h sie haben Angst, der Körper könnte ihnen die Kontrolle aus der Hand nehmen und sie wären hilflos. Erbrechen wäre komplettes loslassen und komplette Kontrollaufgabe!
Während manche Emetophobiker mehr Angst haben, selbst zu erbrechen, als Jemanden erbrechen zu sehen, ist es bei anderen gerade umgekehrt. Manche Betroffene versetzen sich durch den Gedanken daran, vielleicht erbrechen zu müssen, in solche Panik, dass sie eine Panikattacke bekommen, d.h. ihr Herz rast, ihnen wird schwindlig, ihnen wird übel, sie haben Angst, die Kontrolle über sich zu verlieren.
Manche haben nur Angst, wenn sie sich vorstellen, sich im Beisein anderer zu übergeben, andere haben diese Angst auch Zuhause, wenn sie alleine sind. Und wieder für andere ist jede der beiden Vorstellungen gleichermaßen schrecklich.
Eine Emetophobie kann zu erheblichen persönlichen und sozialen Einschränkungen führen, da die Betroffenen viele Situationen meiden, in denen ihnen übel werden könnte und sie oder andere erbrechen könnten.
Aufgrund ihrer Angst, sich erbrechen zu müssen, nehmen Emetophobie-Betroffene oft wenig Nahrung zu sich, nach dem Motto: Man kann nur erbrechen, was man gegessen hat. Dies kann zu Essstörungen und Mangelernährung führen, die ihrerseits Übelkeit und damit eine Emetophobie auslösen können.
Aufgrund ihrer Angst, sich erbrechen zu müssen oder anderer erbrechen zu sehen, ziehen sich Betroffene von ihrer Umwelt zurück. Soziale Isolation ist meist die Folge, weshalb eine Emetophobie häufig auch mit einer sozialen Phobie einhergeht.
Die Behandlung der Angst zu erbrechen mit der kognitiven Verhaltenstherapie ist erfolgreich. Zunächst einmal suchen wir zusammen mit dem Therapeuten nach den möglichen Ursachen der Angst. Wir finden heraus, wann sie zum ersten Mal aufgetreten ist, wodurch wir sie aufrechterhalten, welche Konsequenzen sie in unserem Leben hat.
Ein Schwerpunkt der Therapie liegt darauf, unsere negativen unangemessenen Bewertungen herauszufinden und zu korrigieren. In einem zweiten Schritt müssen wir uns dann in die Situationen begeben, die wir aus Angst vor dem Erbrechen gemieden haben.
Wir müssen uns die Chance geben, zu erleben, dass die Übelkeit eine Begleitungerscheinung unserer Angst ist und fast nie zum Erbrechen führt.
Und wir erlernen Entspannungsverfahren und Atemtechniken, um die Angst und die damit verbundenen körperlichen Reaktionen zu dämpfen.
Angst zu erbrechen - ausführliche Informationen
Video Ratgeber Angst vorm Erbrechen - ausführliche Videoinformation zu den Ursachen und der Behandlung der Emetophobie
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