Migräne ist eine Kopfschmerzerkrankung, die in Attacken auftritt. Manche Betroffene verspüren vor dem eigentlichen Anfall zunächst Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen oder Appetitstörungen. Dann kann eine Aura folgen, die von Seh- und Geruchsstörungen sowie Nervenkribbeln in Armen und Fingern begleitet sein kann.
Im Gegensatz zum Spannungskopfschmerz beginnen die eigentlichen Kopfschmerzen dann häufig auf einer Seite und sind pulsierend. Körperliche Betätigung verstärkt die Schmerzen.
Betroffene leiden bei einem Migräneanfall häufig unter Übelkeit und Erbrechen. Sie sind extrem licht- geräusch- und geruchsempfindlich. Gerüche und Geräusche werden verstärkt wahrgeommen und führen zu einem Brechreiz.
Zwischen einer Stunde und 72 Stunden kann eine Migräneattacke dauern. In dieser Zeit sind Betroffene meist zu nichts fähig, ziehen sich ins Dunkel zurück. Nach einer Migräneattacke fühlen sich Betroffene erschöpft und brauchen bis zu einem Tag, um ihre volle Leistungsfähigkeit wiederzugewinnen.
Es werden Migräne mit und ohne Aura sowie die hemiplegische Migräne, die basilare Migräne, die ophthalmoplegische Migräne , die menstruations-gebundene, die kindliche Migräne und die retinale Migräne unterschieden.
Es leiden mehr Frauen unter Migräne als Männer. In Deutschland insgesamt ca. 8 Millionen Menschen, überwiegend zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr.
Bis heute sind die Ursachen für die Migräne noch nicht geklärt. Es wird vermutet, dass Gendefekte, aber auch Hormone, Stress, ein unregelmäßiger Lebensrhythmus, bestimmte Medikamente, flackerndes Licht und Muskelverspannungen in Kopf- und Schulterbereich eine Rolle spielen. Auch der Einfluss der Ernährung und des Wetters werden diskutiert.
Bislang kann man Migräne noch nicht heilen, aber Anzahl und Ausmaß der Migräneanfälle beeinflussen. Es gibt bestimme Medikamente, die man zur Migränevorsorge einnehmen kann. Während eines Migräneanfalls können entzündungshemmende Schmerzmittel eingesetzt werden.
Betroffene selbst können viel tun, um Migräneanfällen vorzubeugen:
- eine Entspannungstechnik wie z.B. die Progressive Muskelentspannung erlernen
- Migräneauslösende Lebensmittel (wie z.B. Käse) und Getränke (wie z.B. Alkohol) meiden
- sich moderat sportlich betätigen, z.B. walken, schwimmen oder Rad fahren
- einen regelmäßigen Tagesrhythmus mit Essens- und Arbeitszeiten einhalten
- einen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus einhalten
- Verspannungen abbauen evtl. mit Hilfe von Biofeedback
- Stressbewältigungsstrategien erlernen
Das Biofeeback ist ebenso wirksam wie Medikamente. Ein Versuch mit dieser Methode lohnt also.
Vorbeugen können Betroffene einem Migräneanfall, indem sie ihre persönlichen Migräneauslöser ausfindig machen. Dabei kann ein Migränetagebuch helfen, in dem sie notieren, wann und unter welchen Umständen die Schmerzen auftreten. Als sehr hilfreich haben sich Ausdauersportarten erwiesen wie etwa Walking, Radfahren und Schwimmen. Und ganz wichtig: pfleglich mit sich selbst umgehen lernen, d.h. sich nicht überfordern, sich nicht alles abverlangen, sich nicht ständig stressen, einen Gang zurückschalten, auf seine seelischen und körperlichen Bedürfnisse hören.
Migräne Liga - Hilfe zur Selbsthilfe
Progressive Muskelentspannung - CD zum Erlernen der Muskelentspannung
Progressive Muskelentspannung - Informationen zu den Übungen
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