Neid ist kein Gefühl, sondern eine Einstellung. Neid entsteht, wenn wir uns mit einem anderen vergleichen und feststellen, dass dieser etwas hat, das wir nicht besitzen, aber für sehr erstrebenswert halten. Wir können ihn wegen seiner Besitztümer, seiner Intelligenz, seines Aussehens oder seines Status beneiden.
Männer beneiden andere eher um Erfolg, Geld oder Potenz, während bei Frauen der Neid auf Aussehen und Attraktivität im Vordergrund steht.
Dass wir neidisch sind, geben wir nicht gerne zu. Neid gehört zu den 7 Hauptsünden der katholischen Kirche.
Neidgefühle entstehen, wenn wir uns mit anderen vergleichen und die Bilanz negativ ausfällt. Wir sehen uns als benachteiligt oder zu kurz gekommen. "Der andere hat etwas, was ich nicht oder nicht mehr habe.".
Wir sind nicht auf alles und jeden neidisch. Wir vergleichen uns meist mit dem Nächsthöheren und nicht mit der Queen oder dem Firmendirektor. Wir müssen dem Beneideten in irgendeiner Hinsicht ähnlich sein, um uns vergleichen zu können. Außerdem beneiden wir andere nur um Dinge, die für uns persönlich wichtig sind. Unsere Neidgefühle werden gefördert,
Sind wir chronisch neidisch, dann vergiftet Neid unser Gefühlsleben und unsere Beziehungen zu den Mitmenschen.
Den Neid können wir auch zum Anlass nehmen, daran zu arbeiten, selbst zu erreichen, was wir dem anderen neiden. Dann ist der Neid Ansporn und Motor unseres Verhaltens. Wenn das nicht möglich ist, etwa weil man eine chronische Erkrankung wie Diabetes hat und andere, die gesund sind, um ihre Gesundheit beneidet, dann hilft es, sich daran zu erinnern, dass andere Menschen auch krank werden, Krankheiten oder andere Probleme haben, die sie einschränken - auch wenn deren Probleme für uns vielleicht nicht sichtbar oder offensichtlich sind.
"Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muß man sich verdienen.", wie Robert Lembke es einmal formulierte.
Oder wie es Oscar Wild einmal ausdrückte: "Die Anzahl unserer Neider bestätigen unsere Fähigkeiten". Und noch ein Zitat von W. Busch: "Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung".
Rufen Sie sich in Erinnerung, dass Sie einzigartig sind.
Wenn Sie sich mit einem anderen Menschen vergleichen, dann tun Sie so, als ob Sie am gleichen Startpunkt wie er begonnen und die gleichen Erfahrungen gemacht hätten. Es gibt Gründe, weshalb er etwas besitzt, was Sie nicht oder noch nicht haben. Und es gibt Gründe, weshalb Sie Dinge besitzen, die er nicht hat.
Konzentrieren Sie sich darauf, was Sie haben.
Welche Eigenschaften, Merkmale, Fertigkeiten, materiellen und ideellen Güter besitzen Sie, die Sie auszeichnen? Was genau macht Sie einzigartig? Welche besitzen die Menschen, die Sie beneiden, nicht? Könnte es sein, dass andere Sie um diese Eigenschaften oder Talente beneiden? Am besten Sie führen sich Ihre Qualitäten einmal schriftlich vor Augen.
Entscheiden Sie, in welche Richtung Sie gehen wollen.
Welche Merkmale oder materiellen Güter, die Sie anderen neiden, wollen Sie anstreben? Gehen Sie über Ihren Neid hinaus und überlegen Sie sich, welche konkreten Schritte Sie tun müssen, um Ihre Ziele zu erreichen.
Wandeln Sie Ihren Neid in Bewunderung um.
In dem Augenblick, in dem Sie sich für Ihren ganz persönlichen Weg und Ihre Ziele entschieden haben, die für Ihre Lebensgeschichte passen, können Sie anderen auch die Erlaubnis geben, das zu besitzen, um das Sie diese beneidet haben. Sie definieren sich nun über Ihre eigenen Ziele und sehen die Chancen, die Ihnen Ihr Lebensweg bietet.
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Neid - Erste Hilfe Strategien für den Umgang mit Neid
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