Psychologie Lexikon & Nachschlagewerk

Autor dieses Beitrags:
Psychotherapeutin
Dr. Doris Wolf Dr. Doris Wolf

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Persönlichkeitsstörung

Menschen mit Persönlichkeitsstörungen weisen bestimmte Merkmale und Persönlichkeitszüge auf, in denen sie sich von der Mehrheit der Bevölkerung unterscheiden.

Diese Persönlichkeitszüge und Verhaltensmuster sind über die Zeit stabil. Sie zeigen sich in der Wahrnehmung, im Denken, Fühlen und Verhalten.

Infolge ihrer Persönlichkeitsstörung sind die Betroffenen meist nicht sehr leistungsfähig und bekommen Probleme mit ihrem Umfeld.

Es werden folgende spezifische Persönlichkeitsstörungen nach ICD 10 unterschieden:

- paranoide Persönlichkeitsstörung
Betroffene reagieren übertrieben empfindlich auf Kritik und Zurückweisung. Sie sind sehr nachtragend und neigen dazu, anderen schlechte Absichten zu unterstellen. Sie verdächtigen unberechtigterweise ihren Partner der Untreue und neigen generell zu Misstrauen, Eifersucht und Angst, dass Informationen gegen sie verwendet werden könnten. Sie sind streitbar und beharren auf ihren Rechten. Ihre Gedanken kreisen um sich und sie neigen zur Überheblichkeit.

- schizoide Persönlichkeitsstörung
Betroffene haben die Tendenz, sich von anderen zurückzuziehen. Sie haben eine extreme Distanz zu anderen und empfinden eine emotionale Kühle. Ärger- und Liebesgefühle können sie nur schwer ausdrücken, Lob und Kritik berührt sie nur wenig. Der Wunsch nach engen Freundschaften besteht kaum. Sie sind Einzelgänger und flüchten sich in ihre Phantasien. Sie neigen manchmal auch dazu, skurriles eigentümliches Verhalten zu zeigen, das die Umwelt als merkwürdig ansieht.

- dissoziale Persönlichkeitsstörung
Betroffenen mangelt es an Interesse für die Gefühle anderer. Sie missachten soziale Regeln und Verpflichtungen und sind verantwortungslos. Schnell reagieren sie mit Aggressionen und auch gewalttätigem Verhalten. Sie suchen die Schuld bei anderen und ihnen fehlt ein Schuldbewusstsein. Ihr unangemessenes Verhalten lässt sich durch Bestrafung nicht ändern. Sie können kaum dauerhafte Beziehungen aufrechterhalten.

- emotionale instabile Persönlichkeitsstörung
Betroffene neigen zu unberechenbaren emotionalen Ausbrüchen, ohne deren Konsequenzen zu berücksichtigen. Sie tun sich schwer, ihre Impulse zu kontrollieren. Werden sie dabei durch andere behindert, kommt es zu Ausbrüchen von Wut und Gewalt mit Unfähigkeit, das explosive Verhalten zu kontrollieren. Sie tun sich schwer, Verhalten beizubehalten, was nicht unmittelbar belohnt wird.

Es werden zwei Arten der emotionalen Persönlichkeitsstörung unterschieden:

- histrionische Persönlichkeitsstörung
Betroffene haben ein starkes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Anerkennung. Sie sind ständig auf der Suche nach Möglichkeiten, sich theatralisch in Szene zu setzen und ihre Gefühle übertrieben stark auszudrücken. Sehr wichtig ist es ihnen, attraktiv, bisweilen auch verführerisch zu erscheinen. Durch andere oder Umstände sind sie leicht beeinflussbar. Ihre Affekte sind oberflächlich und labil. Auf andere nehmen sie nur unzureichend Rücksicht, sie sind zudem leicht kränkbar.

- anankastische (zwanghafte) Persönlichkeitsstörung
Betroffene sind rigide, eigensinnig, übervorsichtig, übermäßig gewissenhaft und bestehen darauf, dass andere sich genau nach ihren Gewohnheiten und Prinzipien verhalten. Sie halten sich genauestens an soziale Regeln, sind perfektionistisch und halt sich übermäßig an Details fest. Dabei vernachlässigen sie Genuss, Vergnügen und zwischenmenschliche Beziehungen.

- ängstliche (vermeidende) Persönlichkeitsstörung
Betroffene sind der Überzeugung, im Vergleich zu anderen unattraktiv und minderwertig zu sein. Sie sehnen sich permanent nach Zuneigung und Akzeptiertwerden und sind gleichzeitig überempfindlich gegenüber Kritik und Zurückweisung. Aus Angst vor Kritik, Missbilligung oder Ablehnung vermeiden sie berufliche oder soziale Aktivitäten. In ihrem Leben regieren Anspannung und Besorgnis.

- abhängige (asthenische) Persönlichkeitsstörung
Betroffene fühlen sich schwach und hilflos und neigen dazu, anderen die Verantwortung für ihr Leben zu übergeben. Aus Angst vor dem Verlassenwerden ordnen sie anderen ihre Bedürfnisse unter, machen ihre Wünsche nicht geltend, sondern geben deren Wünschen nach. Sie sind nur eingeschränkt in der Lage, Entscheidungen zu treffen, ohne sich Bestätigung und Ratschläge von anderen einzuholen.

- sonstige spezifische Persönlichkeitsstörung
Zu den sonstigen Persönlichkeitsstörungen gehört die narzisstische Persönlichkeitsstörung. Betroffene neigen dazu, eigene Fähigkeiten und Leistungen zu überschätzen. Sie erwarten von ihrem Umfeld Anerkennung und Bewunderung.

Nach außen hin wirken sie selbstbewusst, während in Wirklichkeit ein geringes Selbstwertgefühl und starke Selbstzweifel vorliegen. Im Kontakt mit anderen können sie sich nur schwer einfühlen.

Weitere Informationen zum Thema Persönlichkeitsstörung

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