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Placebo - der Glaube heilt

Ein Placebo ist eine Tablette, die keinen Wirkstoff enthält. Zahlreiche Untersuchungen belegen: nehmen Menschen ein Placebo, glauben aber, ein hochwirksames Medikament einzunehmen, dann spüren sie Linderung und Besserung ihrer Beschwerden.

Man spricht dann von dem Placebo Effekt.

Video zum Placebo Effekt

Wie lässt sich der Placebo Effekt erklären?

Wie ist das möglich? Der einzige Wirkstoff, den ein Placebo enthält, ist der Glaube, dass die Einnahme zu einer Besserung oder Linderung der Beschwerden führt.

D.h. der Glaube kann eine Heilung bewirken. Der Placebo Effekt ist eine Art selbsterfüllende Prophezeiung.

Die Hoffnung auf Heilung führt dazu, dass die Selbstheilungskräfte und das Immunsystem aktiviert werden.

Untersuchungen zum Placebo Effekt

Wie stark Scheinmedikamente (Placebos) wirken, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab z.B.

Es gibt tausende von Untersuchungen, die belegen, dass alleine die Einbildung oder Überzeugung, eine Behandlungsmethode oder ein Medikament werde helfen, tatsächlich hilft.

Die Linderung von Schmerzen und Beschwerden durch Operationen beruht sehr oft auf dem Placebo-Effekt.

In mehreren Untersuchungen hat man Patienten gesagt, man werde sie einer Operation unterziehen, um Schmerzen und Beschwerden zu lindern.

Tatsächlich hat man aber nur ein paar Schnitte vorgenommen und eine Operation vorgetäuscht. Trotzdem verschwanden bei den Scheinoperierten die Beschwerden!

Auch bei Parkinson Patienten kann der Placebo Effekt auftreten. Wenn man diesen einen Hirnschrittmacher implantiert, der das Zittern unterdrückt, und man sagt ihnen, dass man diesen Schrittmacher abstellt, ihn aber tatsächlich anlässt, dann kehrt das Zittern zurück!

Der Glaube an die Wirkung einer Behandlungsmethode - und nicht die Behandlung bzw. das Medikament - bewirkt die Heilung.

Warum lindert der Glaube, ein Medikament oder eine Behandlung werde Besserung bringen, die Schmerzen?

Warum werden Menschen beschwerdefrei, wenn man ihnen sagt, sie bekämen ein hochwirksames Medikament, in Wirklichkeit aber nur ein Placebo bekommen?

Warum können Menschen größere Gewicht stemmen, wenn sie glauben, ein stärkendes Dopingmittel zu erhalten, tatsächlich aber nur ein Placebo erhielten?

Warum erbrechen sich Menchen, wenn sie glauben, ein Brechmittel eingenommen zu haben, wenn sie tatsächlich nur Zuckerwasser bekamen?

Warum lindert eine Scheinakupunktur, bei der wahllos Nadeln gesetzt werden, ebenso Rückenschmerzen wie eine richtige Akupunktur?

Warum bekommen Menschen nach mehreren Gläsern alkoholfreien Tonic Waters rauschmittelartige Zustände, wenn sie überzeugt sind, Alkohol in Form von Wodka Tonic getrunken zu haben?

Die Antwort ist: der Glaube, ein wirksames Medikament oder eine erfolgversprechende Behandlung zu bekommen, führt zu denselben biochemischen Änderungen im Körper und im Gehirn wie die Verabreichung eines Medikamentes oder die Durchführung einer Operation.

Wenn Patienten glauben, ein schmerzlinderndes Mittel zu bekommen, tatsächlich aber nur ein Placebo bekommen, dann werden im Gehirn dieselben Rezeptoren angesprochen wie bei der Einnahme eines tatsächlichen Schmerzmittels.

Ein Placebo aktiviert im Gehirn und im Körper dieselben biochemischen Prozesse wie ein Schmerzmittel. D.h.: die Wirkung des Glaubens führt zu körperlichen Veränderungen, ist also real.

Der Glaube an eine Wirkung bestimmt die Wirkung.

Diesen Placebo Effekt kannte schon der Apotheker E. Coué im 19. Jahrhundert. Er fand heraus, dass Patienten sehr viel eher gesund wurden, wenn er ihnen ein Medikament mit den Worten überreichte: Da hat Ihnen ihr Arzt ein sehr gutes Medikament verordnet. Das wird ihnen sicherlich helfen.

Aus seinen Erfahrungen entwickelte er die Lehre der bewussten Autosuggestion.

So wie eine positive Erwartungshaltung einen positiven Einfluss auf unseren Körper hat, hat eine negative Erwartungshaltung einen negativen Einfluss auf uns.

Bei negativen Erwartungshaltungen kommt es zum Nocebo-Effekt.

Der Placebo Effekt und der Nocebo Effekt sind eindrucksvolle Beispiele dafür, dass Körper und Geist eng miteinander verbunden sind.

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Autor des Beitrags:
Psychotherapeutin
Dr. Doris Wolf Dr. Doris Wolf

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