Ebenso wie wir bei einem in die Jahre gekommenen Auto mit „Betriebsstörungen“ und einem größeren Pflegeaufwand rechnen müssen, ergeht es den meisten von uns mit ihrem Körper im Alter. Wohl deshalb haben sehr viele Menschen mit zunehmendem Angst vor Krankheiten, Angst, abhängig zu werden und Angst vor Einsamkeit.
a) körperliche Veränderungen
Selbst wenn wir uns nicht krank fühlen, können wir doch feststellen, dass sich in unserem Körper „etwas tut.“ Beispielsweise spüren wir folgende Veränderungen:
- Sehkraft und Hörfähigkeit lassen nach.
- Die Hautsensibilität nimmt ab.
- Geschmacks- und Geruchssinn werden schwächer.
- Körperkraft, Fingerfertigkeit und Beweglichkeit nehmen ab.
- Unser Schlafrhythmus verändert sich, wir leiden unter Schlafstörungen.
- Die Haare werden grau oder fallen aus.
- Die Elastizität der Haut lässt nach, wir bekommen Falten.
- Unser Abwehrsystem wird schwächer.
- Das Herz-Kreislauf-System ist nicht mehr so leistungsfähig, die Belastbarkeit nimmt ab. Wir werden wetterfühlig.
- Die Muskulatur wird abgebaut, Stoffwechsel und Körperform verändern sich.
- Die Lungenfunktion wird schwächer.
b) mentale Veränderungen sind z.B.:
- Unser Reaktionsvermögen nimmt an.
- Wir sind nicht mehr so flexibel und leicht irritierbar.
- Wir können Informationen nicht mehr so schnell verarbeiten.
- Wir tun uns schwerer, uns zu erinnern, und Neues zu lernen.
c) Veränderungen unserer Lebenssituation sind z.B.:
- Wir gehen in den Vorruhestand bzw. die Rente.
- Finanziell müssen wir uns vielleicht einschränken.
- Wir verlieren Freunde oder den Partner durch den Tod.
- Wir erhalten weniger Bestätigung und erleben weniger Erfolge.
- Wir sind auf Hilfe anderer angewiesen.
c) Veränderungen in den Einstellungen
Das Leben wird nicht mehr als unendlich angesehen. Es wird als nicht kontrollierbar erlebt. Fragen zum Thema Tod, zu Krankheiten, der Versorgung im Alter tauchen auf. Wir ziehen Bilanz und stellen die Sinnfrage. Jüngere werden als Konkurrenten angesehen. Wir legen mehr Wert auf Bequemlichkeit und Gewohnheiten. Neuen Erfahrungen begegnen wir mit vielen Einwänden, bisherige negative Lebenserfahrungen behindern unsere Risikobereitschaft und Flexibilität. Die Einheit „Zeit“ wird zum Thema: „Schaffe ich das noch in diesem Leben?“
Die Auswirkungen unserer veränderten Sichtweise zeigen sich in unseren Gefühlen: Wir empfinden Ängste, Selbstzweifel, Depressionen, Neid, Wut, Hilflosigkeitsgefühle.
Wir unterscheiden uns darin, wie wir mit dem Älterwerden umgehen. Die unterschiedlichsten Strategien lassen wir uns hierzu einfallen:
- Verleugnung
Das Älterwerden wird als schmerzlicher Verlust erlebt. Man will es nicht wahrhaben und dadurch den Schmerz vermeiden. Dies zeigt sich z.B. darin, dass sich Frauen im hohen Alter mit Minirock auf jugendlich trimmen.
- Ankämpfen
Botox-Injektionen und Schönheitsoperationen sind Hinweise darauf, dass Menschen ihr Älterwerden nicht akzeptieren.
- Resignation
Diese zeigt sich darin, dass Menschen sich einschränken, wo es gar nicht notwendig ist. Von ihnen ist der Spruch zu hören „Dafür bin ich zu alt.“ Sie verschließen sich Neuerungen und schonen sich.
- Akzeptanz und Konzentration auf die Chancen
Die Devise heißt hier: Veränderungen bewusstmachen, die anfänglichen negativen Gefühle akzeptieren, dann in ein neues Gleichgewicht umwandeln. Wir haben es dabei meist mit Wellenbewegungen zu tun. Mal mehr, mal weniger wird es uns gelingen, die Veränderungen anzunehmen. Ziel: Anpassung an die körperlichen Veränderungen: Was habe ich jetzt noch an Möglichkeiten? Was ist positiv am Älterwerden (beispielsweise Erfahrung, größeres Selbstvertrauen)?
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