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Spezifische Phobien sind weit verbreitet. Etwa 7 Millionen Menschen leiden in Deutschland unter einer spezifischen Phobie.
Betroffene haben intensive andauernde Furcht vor einer ganz bestimmten Situation oder einem ganz bestimmten Objekt und den zwingenden Wunsch, diese Situationen oder Objekte zu meiden. Man kann auch mehrere unterschiedliche spezifische Phobien haben.
Die Angst bezieht sich häufig auf Tiere, Vögel, Insekten, geschlossene Räume, Geräusche, tiefe Wasser, Urinieren und Stuhlgang auf öffentlichen Toiletten, bestimmte Speisen, Höhen, Donner, Dunkelheit, Flüge, Fahrstühle, Tunnel, Anblick von Blut, Schmutz und Verletzungen, Injektionen, Arztbesuche, Prüfungen, Erröten.
Um der Angst zu entgehen, vermeiden Betroffene diese Situationen oder Objekte. Sie erkennen zwar, dass ihre Angst übertrieben ist, können sie aber dennoch nicht überwinden.
Die spezifische Phobie äußert sich in Gedanken, Gefühlen, körperlichen Reaktionen und dem Verhalten. Betroffene sind überachtsam und konzentriert, um dem Objekt oder der Situation nicht zu begegnen. Situation oder Objekt betrachten sie als lebensgefährlich und können sie, wenn es unvermeidbar ist, nur mit starker Angst ertragen. Die intensive Angst wird begleitet von körperlichen Reaktionen wie Herzrasen Schwitzen, Zittern, Mundtrockenheit, Atemnot oder Beklemmungsgefühlen.
Man geht davon aus, dass bei der Entwicklung der spezifischen Phobie eine angeborene Angstbereitschaft und Lernerfahrungen eine Rolle spielen.
Eine spezifische Phobie muss nicht unbedingt behandelt werden. Viele Menschen leben ganz normal mit einer spezifischen Phobie. In eine psychotherapeutische Behandlung sollte man sich begeben, wenn man stark unter seiner Phobie leidet und das Leben eingeengt ist. Berufliche Probleme oder Partnerschaftsprobleme aufgrund einer Phobie sind ein Alarmsignal.
Bei der Behandlung der spezifischen Phobien hat sich die Verhaltenstherapie bewährt. Es hängt von den einzelnen spezifischen Phobien ab, welche therapeutischen Strategien eingesetzt werden.
Bei der Behandlung von Tierphobien wird häufig die systematische Desensibilisierung eingesetzt, bei der man sich schrittweise der Situation annähert. Bei der Behandlung der Klaustrophobie wird häufig die Konfrontationstherapie eingesetzt, bei der man direkt in die Angst auslösenden Situationen geht und darin verbleibt, bis die Angst nachlässt. Ziel ist eine Gewöhnung an die Situation oder das Objekt. Auch Biofeedback, Entspannungsverfahren, kognitive Therapiemethoden, Selbstinstruktionstraining, mentales Training und Hypnotherapie werden eingesetzt.
Da viele Situationen nicht beliebig trainiert werden können, kommt auch die Cyberbrille zum Einsatz.
Normalerweise reichen 5 bis 20 Sitzungen aus, um eine spezifische Phobie zu überwinden.
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