Wir alle kennen das Gefühl von gelegentlicher Unzufriedenheit.
Unzufriedenheit entsteht,
- wenn etwas läuft nicht so, wie wir es möchten
- wenn uns etwas fehlt, was wir glauben, unbedingt haben zu müssen.
- wenn andere sich nicht so verhalten, wie wir es gerne hätten.
- wenn wir uns nicht so gefallen, wie wir sind.
- wenn unser Leben nicht so läuft, wie wir es möchten.
Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.
- S. Kierkegaard -
Wir können über alles und jedes unzufrieden sein, denn unsere Unzufriedenheit entsteht durch unsere Gedanken. Wir vergleichen den Ist-Zustand (so sind wir, so geht es uns jetzt) mit einem Soll-Zustand (so wollen wir sein, so sollte es uns gehen).
Manche Menschen sind sehr unzufrieden mit ihrer Person, ihrem Aussehen, ihren Fähigkeiten, ihrer Schuldbildung, ihrem beruflichen Erfolg, ihrem Bankkonto, usw. Andere sind unzufrieden mit ihrem Partner, der Sexualität mit dem Partner, ihren Kindern, der Beziehung zu den Freunden, usw.
Manchmal können wir gar nicht so richtig festmachen, was uns eigentlich fehlt. Wir sind lediglich unleidlich, gereizt, mürrisch oder angespannt. Manchmal weisen uns erst andere darauf hin, dass mit uns "zu diesem Zeitpunkt nichts anzufangen ist".
Unsere Unzufriedenheit kann sich nur über eine kurze Zeit erstrecken oder aber unser ganzes Leben lang andauern.
Um unsere Unzufriedenheit zu überwinden, müssen wir uns zuerst einmal fragen, was uns fehlt. Was glauben wir, müsste anders sein, als es momentan ist? Haben wir die Ursache, können wir nach Lösungen suchen. Gibt es eine Möglichkeit, unsere Lage so zu verändern, dass wir zufrieden sind?
Haben wir keine Einflussmöglichkeiten, so können wir immer noch unsere Einstellung verändern und die Situation so annehmen - und dann sind wir auch zufrieden.
Um unsere Unzufriedenheit zu überwinden, gibt es noch andere Wege. Beispielsweise
- können wir unseren Blick bewusst auf das lenken, wofür wir dankbar sein können. Wenn wir schätzen, was wir haben - jeder hat etwas, wofür er dankbar sein könnte -, dann steigt unsere Zufriedenheit.
- können wir uns an Menschen erinnern, denen es viel schlechter als uns geht.
- können wir unsere Erwartungen reduzieren und akzeptieren, dass nicht alles nach unseren Wünschen verläuft.
- können wir unsere Erwartungen an andere reduzieren und akzeptieren, dass diese ein Recht haben, sich nach ihren eigenen Vorstellungen zu verhalten.
Es gibt einen Spruch, der uns helfen kann, unsere Zufriedenheit zu steigern:
Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom andern zu unterscheiden.
Unzufriedenheit kann, wenn sie nur gelegentlich auftritt, auch ihre guten Seiten haben, nämlich dann, wenn wir unsere Unzufriedenheit zum Anlass nehmen, um aktiv zu werden und eine Lösung für den unbefriedigenden Zustand suchen.
Lassen wir Wilhelm von Humbold zum Schluss noch zu Worte kommen:
Die meisten Menschen machen sich selbst durch übertriebene Forderungen an das Schicksal unzufrieden.
Wenn wir immer und ewig zufrieden wären, dann bestünde die große Gefahr, dass wir ein totlangweiliges und vor allem erfolgloses Leben führen würden. Unzufriedenheit ist nämlich ein starker Motor etwas zu ändern. Ohne Unzufriedenheit gibt es keinen Fortschritt und keine Weiterentwicklung.
Udo Jürgens soll einmal gesagt haben: Ausgeglichenheit und Harmonie führen in eine kreative Leere.
Heißen Sie deshalb eine gelegentliche Unzufriedenheit mit Ihrem Job, der Partnerschaft und Ihrem Leben willkommen und nutzen diese Unzufriedenheit als Antrieb und Kraftspender, um Ihren inneren Schweinehund an die Kette zu legen und eine neue Arbeit zu suchen, um Ihre Partnerschaft zu verbessern, um Ihr Leben befriedigender zu gestalten.
Unzufriedenheit als Ansporn, etwas zu verändern und zu bewegen ist positiv. Unzufriedenheit als Anlass, sich ständig zu bemitleiden, andere zu beneiden und zu klagen, ist negativ.
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