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Bestrafung

Wir alle wissen aus eigener Erfahrung, was Bestrafung bedeutet. Hausarrest, Beschimpfung, Fernsehentzug, Nachsitzen, Strafarbeiten – so können die Konsequenzen unserer Eltern in der Kindheit und Jugendzeit ausgesehen haben.

Im verhaltenswissenschaftlichen Sinn gibt es zwei Formen von Bestrafung:

1. die direkte Bestrafung
Auf unser Verhalten folgt eine negative Konsequenz, etwas Unangenehmes. Als Folge davon steigt die Wahrscheinlichkeit, dass wir dieses Verhalten in der Zukunft unterlassen. Wer sich einmal an heißem Fett verbrannt hat, wird in Zukunft sehr vorsichtig sein. Bereits die Ankündigung einer negativen Konsequenz kann uns von manchen Verhaltensweisen abhalten.

2. indirekte Bestrafung oder Bestrafung durch Entzug
Bei dieser Form der Bestrafung besitzen wir etwas Angenehmes, Positives, was wir nicht verlieren wollen. Durch die Ankündigung oder Androhung des Verlustes steigt die Wahrscheinlichkeit, dass wir ein bestimmtes Verhalten vermeiden. So fahren wir nicht über eine rote Ampel, weil dies zum Führerscheinentzug führen könnte.

Grundlegende Regeln, um die Wirksamkeit von Strafen zu erhöhen

- Die Bestrafung wird angekündigt.
- Die Bestrafung sollte unmittelbar nach dem Fehlverhalten erfolgen, das wir reduzieren möchten.
- Bei der Bestrafung wird gleichzeitig vermittelt, wie der Betroffene sein Privileg wieder zurückgewinnen kann.
- Die Bestrafung ist konsequent.

Prinzipiell ist die Belohnung von erwünschtem Verhalten der Bestrafung von unerwünschtem Verhalten vorzuziehen.

Gegen den Einsatz von Bestrafung spricht,
- dass die Aufmerksamkeit auf das Verhalten gerichtet wird, was man unterbinden will, und nicht darauf, wie das neue Verhalten aussehen soll.
- dass die Bestrafung das Verhalten nicht beseitigt sondern nur unterdrückt.
- dass die Bestrafung zu negativen Gefühlen führt, die sich gegen den "Bestrafer" richten können.

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