Psychologie Lexikon & Nachschlagewerk

Autor dieses Beitrags:
Psychotherapeutin
Dr. Doris Wolf Dr. Doris Wolf

Ratgeber Ratgeber der Autorin

Dr. Doris Wolf ist Expertin für: Trennung Scheidung Abnehmen Trauer Einsamkeit Erröten Kränkung Ängste Partnerschaft


Belastende Gefühle kann man überwinden, indem man sich den Einfluss der Gedanken auf die Gefühle zunutze macht.

Wie das geht, das zeigen die Psychologen Doris Wolf und Rolf Merkle in diesem Selbsthilfe Ratgeber.

Ratgeber Gefühle verstehen

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Gefühle zeigen ist wichtig

Gewöhnlich lernen wir in unserer frühen Kindheit am Beispiel unserer Eltern oder nahen Bezugspersonen, wie man Gefühle zeigt und auf die Gefühle anderer reagiert.

Wir ahmen z.B. nach, wie sie uns trösten. An unserer Puppe oder dem Teddy erproben wir es dann. Unsere Eltern zeigen uns durch ihre Körpersprache und durch Worte, wenn es ihnen schlecht geht. Sie vermitteln uns, wie man Liebe ausdrückt und Nähe zeigt. Sie benennen auch unsere Gefühle, sodass wir lernen, wie sich Wut, Angst, Ekel oder Freude anfühlen.

Eine Klientin erzählt:
Ich bin im Augenblick sehr verzweifelt, weil mein Partner mich verlassen hat. Er begründet dies damit, dass ich nicht fähig bin, Gefühle zu zeigen, d.h. dass ich ihm nicht anmerke, wenn es ihm nicht gut geht, und ihn dann nicht in den Arm nehme und tröste. Er hat leider Recht damit; ich habe nicht gelernt, Gefühle zu zeigen. Ich wurde von meinen Eltern nie in den Arm genommen. Wie kann man das als Erwachsener lernen?

Ich habe ihr geantwortet:
Unsere Eltern haben ihre eigene Lebensgeschichte und lernen wiederum durch ihre Eltern. So konnten Ihre Eltern Ihnen leider nicht viel darüber zeigen, wie man Liebe ausdrückt. Die meisten Menschen können sich jedoch darin trainieren, sich in andere einzufühlen. Psychotherapeuten z.B. lernen dies in der Therapieausbildung. Wenn Sie allerdings bisher nur von Ihrem Freund die Rückmeldung bekommen haben, dass Sie zu wenig Gefühle zeigen, könnte es auch daran liegen, dass er an diesem Punkt besonders viel erwartet.

Wenn Sie lernen wollen, mehr Gefühle auszudrücken, dann beginnen Sie am besten bei sich selbst. Hören Sie besonders aufmerksam in sich hinein, was Sie wann benötigen für Ihr Wohlbefinden. Behandeln Sie ihren Körper liebevoll, cremen Sie ihn z.B. zärtlich ein.

Damit Sie die Bedürfnisse eines anderen besser erkennen können, nehmen Sie ab und zu bewusst dessen Körperhaltung ein. Wenn Sie sich so bewegen, so atmen, dieselbe Mimik haben wie er, werden Sie auch spüren können, wie es ihm geht.

Sie könnten z.B. auch am Improvisationstheater teilnehmen. Dort lernen Sie, Gefühle auszudrücken und wie sich Gefühle bei den anderen äußern. Und natürlich ist es hilfreich, Ihren Partner zu fragen, was er braucht, um sich geliebt zu fühlen. Dann müssen Sie dies nur umsetzen. Schreiben Sie es sich quasi auf den Stundenplan. Auch wenn es anfangs eine Pflichtübung für Sie ist, mit der Zeit wird es Ihnen selbst gut tun.

Gefühle zeigen macht sympathisch und schafft Nähe

Viele Menschen tun sich, insbesondere im Berufsleben, schwer, ihre Gefühle zuzulassen, geschweige denn, diese zu zeigen oder darüber zu sprechen. Sie empfinden Emotionen eher als Störfaktor.

Die Fähigkeit, Gefühle zu zeigen und auszudrücken, ist jedoch sehr wichtig - auch im Berufsleben. Wenn wir unsere Emotionen unterdrücken und immer nur cool sein wollen, dann wirken wir auf andere kalt, kontrolliert, unnahbar, undurchschaubar und leidenschaftslos. Das fördert nicht gerade die (Geschäfts)Beziehung.

Emotionale Nähe und eine Beziehung zu anderen aufbauen können wir nur, wenn wir Gefühle zeigen - auch im Berufsleben, in dem wir es mit Mitarbeitern und Kunden zu tun haben.

Dies trifft im Berufleben insbesondere auf Bewerbungs- und Verkaufsgespräche zu. Zeigen wir hier keine Gefühle, dann wirken wir auf andere nicht authentisch und wer nicht authentisch ist, kann auch nicht überzeugen.

Hinzukommt, dass andere uns nicht einschätzen können, wenn wir keine Emotionen zeigen und uns deshalb eher mit Misstrauen begegnen. Misstrauen jedoch ist das größte Gift für jede Beziehung - ob diese beruflicher oder privater Natur ist.

Hinzukommt: wenn wir vermeiden wollen, dass andere sehen, wie wir uns fühlen, wenn wir also z.B. unsere Nervosität und Aufregung in einem Bewerbungsgespräch verbergen, dann verkrampfen wir uns, sind angespannt und kommen deshalb nicht überzeugend rüber.

Zeigen wir unsere Nervosität jedoch, können wir Pluspunkte sammeln, da wir offen und menschlich wirken und das ist im Privat- wie auch im Berufsleben wichtig.

Haben Sie also den Mut, mehr von sich zu zeigen - Gefühle gehören zum Menschsein und machen menschlich. Ohne Gefühle wirken Sie wie ein seelenloser und mechanischer Roboter.

Weitere Informationen zum Thema Gefühle zeigen

Gefühle - Körpersprache - wie wir durch unsere Körperhaltung unsere Gefühle beeinflussen

Worte und ihre Wirkung auf unsere Gefühle

Angst Gefühle zu zeigen

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