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Gefühle - Emotionen

Gefühle sind momentane subjektive Empfindungen. Emotionen können angenehm oder unangenehm sein und in ihrer Stärke variieren.

Arten von Gefühlen

Zu den Grundgefühlen zählt man in der Psychologie Wut, Ärger, Angst, Trauer und Freude. Daneben gibt es eine Reihe weiterer Empfindungen, die wir als Gefühle beschreiben, etwa: Schuldgefühle, Schamgefühle, Selbstwertgefühl, Liebesgefühle, Minderwertigkeitsgefühle, Lustgefühle, Bauchgefühl, Glücksgefühl, verletzte Gefühle, Neidgefühle.

Gefühle - wie sie entstehen

Stehen Ihnen manchmal auch Ihre eigenen Gefühle im Weg? Wenn ja, können Sie sicher sein, dass es nicht nur Ihnen so geht. Wir wurden zwar mit der Fähigkeit, zu fühlen, geboren, doch wir erhielten nicht das Wissen, wie wir mit unseren Gefühlen umgehen sollen. Das müssen wir uns selbst aneignen.

Manche Menschen lassen sich von ihren Gefühlen überwältigen bzw. fühlen sich ihren Gefühlen ausgeliefert. Sie haben nicht gelernt, ihre Gefühle zu beherrschen und wissen nicht, wie sie diese beeinflussen können.

Wie also entstehen Gefühle? Jeden Tag findet in jedem Menschen unzählige Male ein bestimmter "Kreislauf” statt, und meistens sind wir uns dessen nicht bewusst. Dieser Kreislauf besteht aus Situation, Gedanke, chemischer Reaktion und emotionaler Reaktion und funktioniert folgendermaßen:

1. Eine Situation tritt ein, etwas passiert.
2. Die Situation ruft Gedanken in Ihnen hervor.
3. Aufgrund dieser Gedanken entsteht eine physiologisch-chemische Reaktion in Ihrem Gehirn.
4. Die chemische Reaktion, die aufgrund Ihrer Gedanken entstand, ruft Ihre Gefühle hervor - wie Sie diese Situation empfinden.
5. Ihre Gefühle rufen daraufhin weitere Gedanken ähnlicher Art hervor, die eine wiederum weitere chemisch-emotionale Reaktion bewirken, und so weiter.

Dieser ganze Prozess dauert nur ein paar Sekunden, oder gar nur Millisekunden! Wenn Sie Ihre erste Reaktion - also Ihre Gedanken über die Situation - nicht im Griff haben, werden Ihre Gefühle den weiteren Verlauf der Situation bestimmen, und damit verlieren Sie die Kontrolle über Ihre Gefühle.

Jedes unkontrollierte Gefühl kann unnötige psychische und körperliche Anspannung hervorrufen - in uns und in den Menschen, auf die sich unser Verhalten auswirkt.

Lassen Sie sich nicht zu Gedanken hinreißen, die vielleicht folgendermaßen lauten: "Das macht mich ärgerlich!”; "Du verletzt meine Gefühle”; "Jedesmal, wenn ich daran denke, könnte ich vor Wut platzen”; "Das hat mich wirklich getroffen”; "Ich kann das nicht aushalten”; "Ich kann mich nicht beherrschen”; "Ich kann mit meinen Gefühlen nicht umgehen”; "Du weißt genau, wie mich das trifft”; "Ich weiß nicht mehr, was ich denken soll”; "Ich kann nicht anders”; "So bin ich eben”; "Du bringst mich auf die Palme”.

Es gibt einen besseren Weg zu reagieren, und einen besseren Weg, mit den Dingen, die "passieren”, umzugehen.
Warum setzen wir uns so sehr dafür ein, uns einzureden, dass wir verärgert, verletzt oder unglücklich sind, wenn wir uns genauso gut sagen könnten, dass wir "die Situation im Griff haben”? Wieviel besser wäre es doch, wenn wir unsere Reaktion - die Gedanken, die die Gefühle hervorrufen - unter Kontrolle hätten. Genau das können Sie lernen.

Nach der Theorie der Kognitiven Verhaltenstherapie entstehen Gefühle durch die Art und Weise, wie wir Situationen bewerten und deuten. Hinter Ärger verbergen sich beispielsweise Bewertungen wie "Das ist unfair. Der andere darf mich nicht so gemein behandeln" oder "Wie konnte sie mir so etwas antun. Das ist gemein".

Angst entsteht, indem wir Situationen als gefährlich ansehen und unsere Fähigkeiten, die Situation zu meistern, als unzureichend. Trauer empfinden wir, wenn wir etwas verloren haben, das für uns sehr wichtig ist und von dem wir denken, dass wir es unbedingt brauchen.

Im Alltag vermischen wir häufig Gedanken und Gefühle. Wir sagen z.B. "Ich fühle mich minderwertig oder schuldig. Ich fühle, dass er mich ablehnt."

Die Unterscheidung zwischen Gedanken und Gefühlen ist jedoch sehr wichtig. Gedanken sind subjektiv und entsprechen oft nicht den Tatsachen, wir unter- oder übertreiben.

Unsere Gefühle entstehen, unabhängig ob unsere Gedanken den Tatsachen entsprechen oder nicht, automatisch als Folge der Gedanken. Positive Gedanken führen zu positiven Gefühlen, negative Gedanken führen zu negativen Gefühlen. In der Psychotherapie - insbesondere in der Kognitiven Verhaltenstherapie - geht es darum, negative Sichtweisen und Gedanken zu überprüfen und zu korrigieren.

Über den Einfluss unseres Denkens auf unsere Gefühle gibt es eine Reihe sehr aufschlussreicher Experimente zur Selbsterkenntnis, die sehr empfehlenswert sind.

Gefühle, auch negative, können unsere Freunde sein, wenn wir uns die Botschaft zunutze machen, die in ihnen steckt. Negative Gefühle sind Warnsignale, dass etwas in unserem Leben nicht so ist, wie wir es wünschen. Wenn wir aus unseren negativen Gefühlen lernen, indem wir ihre Botschaft entschlüsseln, dann sind sie unsere Freunde.

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