Grübeln ist eine negative Form des Nachdenkens. Grübeln führt uns in eine Endlosschleife. Wir machen uns Gedanken um Probleme und Situationen, für die es keine Lösung gibt.
Grübeln können wir darüber, dass wir uns in der Vergangenheit hätten anders verhalten sollen oder warum etwas so gelaufen ist, wie es gelaufen ist. Grübeln kann sich aber auch auf die Zukunft beziehen. Wir grübeln darüber, wie wir uns in Bezug auf ein bestimmtes Problem entscheiden sollten, wie andere über uns denken werden, ob uns eine bestimmte Leistung gelingen wird, ob wir im Alter pflegebedürftig sein werden, ob wir an Krebs erkranken werden, usw.
Gemeinsam ist allen Grübelgedanken, dass wir uns nicht damit befassen, was wir konkret tun können, um das Problem zu lösen bzw. uns nicht auf die Gegenwart konzentrieren.
Negative Auswirkungen des Grübelns sind z.B., dass wir angespannt und unkonzentriert sind, nicht gut schlafen oder einschlafen können oder zu Alkohol oder Beruhigungsmitteln greifen, um entspannen zu können. Unsere Leistungsfähigkeit ist reduziert. Vielleicht schieben wir Aufgaben immer wieder auf, verzetteln uns in viele unterschiedliche Aktivitäten und können uns nicht entscheiden. Unsere Stimmung ist schlecht und wir sind gereizt. Wir fühlen uns hilflos und unser Selbstvertrauen wird immer schwächer.
Grübeln kann auch einen Vorteil haben. Wenn wir uns durch unser Grübeln nicht an die Umsetzung unserer Pläne machen, können wir einen möglichen Misserfolg oder eine Ablehnung vermeiden. Durch Grübeln bekommen wir den Eindruck, aktiv zu sein ohne das Risiko eines Scheiterns.
Grübeln hat Krankheitswert, wenn es in Verbindung mit Depressionen, einer Zwangsstörung oder der generalisierten Angststörung auftritt.
Nachdenken ist sinnvoll,
wenn wir uns überlegen, wie wir uns in einer bestimmten Situation hätten besser verhalten oder einen Fehler hätten vermeiden können, und daraus einen Plan für die Zukunft ableiten.
wenn wir verschiedene mögliche Alternativen für die Zukunft durchspielen und uns dann für die bestmögliche entscheiden.
wenn wir uns über den schlimmstmöglichen Ausgang Gedanken machen und dafür Bewältigungsstrategien überlegen.
Zunächst einmal ist es wichtig, dass man das Grübeln bemerkt und auch erkennt, dass es einem nicht weiterhilft. Dann kann man folgende Strategien einsetzen:
Unterbrechen der Grübelgedanken, indem man in Gedanken, oder wenn man allein ist auch laut, „STOPP“ ruft und dabei in die Hände klatscht. Weitere Informationen zur Methode des Gedankenstopp.
Notieren der Grübelgedanken in ein Grübelbuch. Pro Tag einen bestimmten Zeitraum festlegen, an dem man sich mit den Grübelgedanken beschäftigt. So fühlt man sich nicht mehr als Opfer seiner Gedanken.
Sich bei Grübelgedanken fragen: Helfen mir die grüblerischen Gedanken, meine Probleme zu lösen? Ist die Antwort Nein, sich dann sofort etwas zuwenden, das einen ablenkt und auf andere Gedanken bringt.
Wenn das Grübeln in Bezug auf alltägliche Ereignisse länger als 6 Monate anhält, dann spricht man von einer generalisierten Angststörung. Der Test generalisierte Angststörung zeigt Ihnen, ob Sie darunter leiden.
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