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Hilflosigkeit

Wie entsteht in einem Menschen das Gefühl der Hilflosigkeit? Welche Erfahrungen muss ein Mensch machen, um sich wehrlos und seinem Schicksal ausgeliefert zu fühlen?

Elefant

Sicherlich waren Sie schon einmal im Zirkus. Vielleicht haben Sie dort einen Elefanten gesehen, der an einem kleinen Pflock angekettet war.

Haben Sie sich nicht gefragt, wie es möglich ist, ein so starkes Tier an einen so kleinen Pflock anzuketten?

Für den Elefanten müsste es doch eigentlich ein Leichtes sein, diesen Pflock herauszureißen und sich so zu befreien, oder? Warum aber tut er es nicht?

Des Rätsels Lösung ist: der Elefant "glaubt", er sei hilflos. Als Baby hatte man den Elefanten ebenfalls an einen solchen Pflock angekettet.

Als er jedoch noch klein war, hatte er noch nicht die Kraft, sich zu befreien. So sehr er damals auch versuchte, sich loszureißen, es misslang.

Je öfter er vergeblich versuchte, sich zu befreien, je mehr er als Baby die Erfahrung machte, dass er hilflos war, dass der Pflock stärker war als er, umso mehr "glaubte" er es und schließlich gab er auf.

Der Elefant hatte gelernt, hilflos zu sein und diese Erfahrung war von nun an unauslöschbar ein Teil seiner Welt.

Als er älter wurde und die Kraft hatte, sich loszureißen, versuchte er es gar nicht erst, da er als Baby hunderte und vielleicht tausende Mal die Erfahrung gemacht hatte, dass es zwecklos ist, sich dagegen zu wehren. Hier das Video dazu.

Ähnlich lernen auch wir Menschen, uns hilflos zu fühlen.

Aufgrund vergangener Erfahrungen und Krisen, in denen wir uns hilflos fühlten, in denen wir erlebten, dass wir nichts tun konnten, um uns aus einer unangenehmen Situation zu befreien, hat sich bei uns die Überzeugung breit gemacht, dass wir wehr- und hilflos sind.

Diese Erfahrungen des Hilflosseins beeinflussen heute als Erwachsene immer noch unser Denken, Fühlen und Handeln, auch wenn wir es tatsächlich gar nicht (mehr) sind, ebensowenig wie der ausgewachsene Elefant.

Wichtig ist nur, dass wir überzeugt sind, hilflos zu sein.

Menschen, die an Krebs oder AIDS erkranken, geht es in der Anfangsphase ihrer Erkrankung ähnlich. Sie fühlen sich hilflos und der Krankheit ausgeliefert.

Sie können nichts unternehmen, um ihre Krankheit rückgängig zu machen und fühlen sich der Krankheit, Medizin und den Ärzten ausgeliefert.

Das Gefühl der Hilflosigkeit ist erlernt.

Wir lernen durch bestimmte Erfahrungen, uns hilflos zu fühlen.

Deshalb können wir dieses Gefühl auch wieder verlernen.

In kleinen Schritten können wir wieder Vertrauen in uns und unsere Fähigkeiten entwickeln, uns so mit der Zeit Selbstvertrauen aneignen und die erlernte Hilflosigkeit überwinden.

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Autor des Beitrags:
Psychotherapeut
Rolf Merkle DR. ROLF MERKLE

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Dr. Rolf Merkle ist Experte für: Depressionen Eifersucht Selbstvertrauen Selbstbewusstsein Angst Optimismus

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