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Niemand lässt sich gerne kritisieren. Kritik werten wir fast immer als Angriff auf unsere Person. Deshalb lautet vielleicht der wichtigste Rat: gehen Sie mit Kritik an anderen sparsam um.
Je nachdem, wie stark unser Selbstwertgefühl und unser Selbstvertrauen sind, reagieren wir auf Kritik eher gelassen oder negativ. Menschen mit einem schwachen Selbstwertgefühl fühlen sich durch Kritik verletzt und gekränkt und reagieren auf Kritik entweder verärgert bis hin zu aggressiv oder deprimiert.
Wenn wir kritisieren, dann wollen wir den anderen auf einen Fehler oder ein Unrecht hinweisen. Wir wollen nicht unbedingt, dass dieser ausrastet oder gekränkt ist. Die Frage ist also:
Es gibt zwei Möglichkeiten, Kritik so zu üben, dass sie der andere annehmen kann und bereiter ist, sich oder sein Verhalten zu ändern.
1. Wir üben konstruktive Kritik
Statt den Finger in die Wunde zu legen und den anderen auf das Störende oder Falsche aufmerksam zu machen, formulieren wir unsere Kritik so, dass der andere weiß, was er besser oder anders machen kann. Also statt z.B. den Vorwurf zu machen "Lass nicht immer deine dreckigen Hemden im Bad liegen", könnte man sagen "Denk bitte daran, deine dreckigen Hemden in Zukunft in den Wäschekorb zu legen". Das hört sich doch gleich viel besser an, oder?
2. Wir loben zuerst und üben dann Kritik
Diese Form des Kritisierens ist am wirksamsten. Wir sagen z.B. zuerst "Du hast dir Mühe gegeben; das war schon eine ganz gute Leistung." Dann sagen wir, was der andere besser machen oder noch verbessern kann bzw. was uns nicht gefällt. Lob wird von unserem Gehirn als Belohnung angesehen und deshalb merkt es sich diese.
Ganz wichtig bei jeder Kritik, ob nun schonend oder direkt:
Kritik üben will ebenso gelernt sein, wie mit Kritik umgehen zu lernen.
Genau das Gleiche trifft natürlich auch auf das Eigenlob bzw. die Selbstkritik zu.
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