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Kritik ist die Meinung einer Person, dem Kritiker, zu etwas, was eine andere Person, den Kritisierten betrifft. Letztendlich entscheidet der Kritisierte, wie ernst er die Kritik und die Person des Kritikers nimmt und welche Bedeutung die Kritik für ihn hat.
Kritik schmerzt dann besonders stark, wenn der Kritisierte sich in seiner gesamten Person in Frage gestellt sieht. Wir können umso schlechter mit Kritik umgehen, je weniger wir selbst uns Fehler verzeihen können und umso geringer unser Selbstwertgefühl ist. Wenn wir uns minderwertig fühlen, dann schmerzt uns Kritik sehr viel mehr, als wenn wir über ein gesundes Selbstwertgefühl verfügen.
Aber, wie heißt es doch so schön? Der Ton macht die Musik. Und so haben auch die Worte, die der Kritisierende verwendet, einen Einfluss darauf, wie wir auf seine Kritik reagieren.
Kritik so üben, dass der Kritisierte sie besser annehmen kann, kann man lernen. Und das ist wichtig. Denn es gibt immer jemand, der etwas an einem auszusetzen hat - gleichgültig, wie gut man ist. Mit Kritik umgehen zu können ist eine wichtige Fähigkeit für unser seelisches Wohlbefinden, für beruflichen Erfolg und für soziale Beziehungen.
Ein nicht hilfreicher Umgang mit Kritik besteht darin, auf Kritik mit Ablehnung des Kritisierenden reagieren, mit Angriff in Form von Gegenkritik, mit Gekränktsein und Schmollen bis hin zu am Boden zerstört und deprimiert sein und mit Rechtfertigungen, die quasi eine Art Entschuldigung darstellen. Alle diese Reaktionen auf Kritik schaden uns.
Ein hilfreicher Umgang mit Kritik ist es, wenn wir die Kritik als Meinung des Kritikers ansehen, d.h. uns klarmachen "Das ist seine Sicht. Man kann es auch anders sehen".
Jedes Ding hat mindestens 2 Seiten. Welche ist die Richtige? Gibt es überhaupt eine Richtige? Der andere hat das Recht auf seine Sicht, wir auch.
Kritik an uns und unserem Verhalten kann aber auch Ausdruck von Liebe und Anteilnahme sein. Wir sind dem anderen nicht gleichgültig. Wir sind ihm wichtig, und deshalb macht er uns auf etwas aufmerksam, das in seinen Augen negativ oder störend an unserem Verhalten ist. So gesehen sollten wir also Kritik willkommen heißen, da wir dadurch die Chance haben, uns zum Besseren zu verändern. Ja, wir könnten Menschen, die kritisieren, auch als Trainingspartner ansehen, als Menschen, die uns die Chance geben, mit Kritik umgehen zu lernen.
Besser mit Kritik umgehen können wir auch, wenn wir an unserer Selbstachtung arbeiten, sprich, wenn wir lernen, uns selbst unsere Fehler und Schwächen zu verzeihen.
Verletzt und gekränkt reagieren wir nämlich meist nur dann auf die Kritik anderer, wenn diese uns auf Fehler und Schwächen aufmerksam machen, für die wir uns selbst ablehnen. Wären wir wirklich restlos von uns und unserem Tun überzeugt, würde es uns nicht kratzen, wenn andere etwas an uns auszusetzen haben. Wenn wir uns jedoch unserer Fähigkeiten und Werte nicht bewusst und von diesen nicht überzeugt sind, dann ist jede Kritik eine Waffe, die uns leicht und schnell verunsichert.
Angst vor Ablehnung überwinden
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