Unter Leidensdruck verstehen wir den Druck, den eine bestimmte Situation oder Erkrankung auf uns ausübt.
Wir verspüren seelische und/oder körperliche Schmerzen, haben meist auch Angst, was uns in der Zukunft noch an Schlimmeren erwarten könnte.
Sind der Druck und das Leiden groß genug, dann bekommen wir genügend Energie, etwas zur Veränderung unserer Situation zu unternehmen. Es geht uns dann so schlecht, dass wir die Mühen auf uns nehmen, die das Ringen um eine Veränderung unserer Situation mit sich bringen kann.
Beispielsweise gehen manche Menschen mit einem Suchtproblem erst dann in eine Therapie oder Selbsthilfegruppe, wenn sie ihre Stelle und/oder ihren Partner verloren haben. Ihr Leidensdruck ist so groß, dass sie ihr Suchtverhalten aufgeben, auch wenn das mit erheblichen seelischen und körperlichen Schmerzen verbunden ist. Diese Schmerzen werden jedoch in Kauf genommen, da der Verlust von Partner oder Arbeitsstelle einen hohen Leidensdruck erzeugen.
Um unsere Situation ändern zu wollen, müssen wir natürlich auch die Hoffnung und Zuversicht haben, dass eine Verbesserung überhaupt möglich ist.
Umgekehrt ist eine Veränderung ohne Leidensdruck kaum möglich. Solange wir noch genügend aus einer Situation gewinnen, geben wir sie nicht auf.
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